bookmark_borderNeues Jahr, neuer Feministischer Kampftag: sei dabei!

Habt ihr Lust, dieses Jahr den Feministischen Kampftag am 8. März mitzugestalten?
Kommt zum Planungstreffen am Montag, 8.1. um 18 Uhr im Gruppenraum im Schmit-Z, im ersten Stock.
Dieses Jahr wollen wir unter dem Motto „F-Antifa“ auf die Straße gehen. Wir wollen also einen thematischen Schwerpunkt auf die notwendige Verknüpfung von Feminismus und Antifaschismus legen.
Eine Demo ist schon angemeldet, wie wir sie gestalten und was für Aktionen sonst noch möglich sind, ist alles noch offen. Bringt also all eure Ideen und Tatkraft mit!

bookmark_borderBericht von unserem Reflektionstreffen

Letztes Wochenende haben sich die aktiven Mitglieder vom Orga-Plenum der Feministischen Vernetzung zum außerordentlichen Plenum getroffen. Bei Pizza und Gebäck haben wir uns lang und ausgiebig darüber ausgetauscht, wie es uns in der Vernetzung geht, was gut läuft und wo wir Verbesserungsbedarf sehen. Die Ergebnisse dieser Reflektion sind hier zusammengefasst.

Als aktive Mitglieder waren wir nur die vier Menschen, die regelmäßig an den zweiwöchentlichen Orga-Plena teilnehmen und dort auch Aufgaben übernehmen. Was uns eint, ist die Leidenschaft für feministischen Aktivismus. Für uns alle spielt die Feministische Vernetzung eine große Rolle in unseren Leben.

Bei all unseren Gemeinsamkeiten sind wir dennoch sehr unterschiedliche Menschen. Die eine Person findet Emails beantworten total stressig, für die andere ist das easy. Manche sind künstlerisch begabt, andere fühlen sich eher mit Technik wohl. Bei der Aufgabenverteilung haben wir versucht, diese Unterschiede zu berücksichtigen. In Zukunft wollen wir auch das „Rampenlicht“ gleichmäßiger verteilen: zur Zeit ist es noch so, dass oft dasselbe Mitglied die Feministische Vernetzung öffentlich vertreten muss.

Wir sind unterschiedlich gesellschaftlich positioniert: quer durch das FLINTA-Akronym sind viele Identitäten bei uns vertreten (und ein cis Mann ist auch dabei). Wir haben unterschiedliche Klassen- und Bildungshintergründe, sind verschieden able und neurodivers. Diese Diversität der Perspektiven ist ganz eindeutig eine Stärke. Leider gilt sie in einem anderen Bereich nicht: die Feministische Vernetzung ist zur Zeit sehr weiß geprägt. Für uns bedeutet das: wir müssen immer wieder unsere Privilegien und unsere eigenen Rassismen reflektieren, den Austausch mit PoC-Communities pflegen, PoC-Stimmen Reichweite geben, antirassistische Arbeit in den Fokus legen.

Eines steht fest: gemessen daran, wie klein unsere Gruppe ist, machen wir sehr viel – vielleicht zu viel. Oft sind Außenstehende erstaunt zu hören, dass wir im Orga-Plenum nur zu viert sind. Jede:r von uns muss mit den eigenen Kapazitäten haushalten, um sich nicht chronisch zu überarbeiten. Wir wünschen uns sehr, dass mehr Menschen zu uns finden und aktiv werden. Und damit kommen wir schon zum nächsten Punkt:

Wir schaffen es nicht, neue Aktive bei uns einzubinden. Dabei wünschen wir uns doch eine größere Gruppe. Und es gibt immer wieder Interessierte, die sich gerne bei uns einbringen wollen.

Wir haben gemeinsam darüber reflektiert, welche Mechanismen dazu führen, dass der Einstieg in unsere Arbeitsweise neuen Aktivist:innen schwerfällt. Uns sind ein paar Strategien eingefallen, um das in Zukunft besser zu schaffen: die Einbindung neuer Mitglieder an ihren jeweiligen Stärken und Schwächen anpassen. Ihnen niedrigschwellige, aber verbindliche Aufgaben zuteilen und viel Skillsharing betreiben. Offen sein für andere Herangehensweisen.

Am Ende des Treffens sind wir mit gutem Gefühl heimgegangen. Es ist schön, sich für einen solchen Prozess die Zeit zu nehmen. Durch Synergie sind viele neuen Ideen entstanden oder konkretisiert worden. Wir hoffen, dass die Folgen dieser internen Auseinandersetzung auch nach außen spürbar werden. Die Feministische Vernetzung ist viel mehr als die vier Aktiven, die regelmäßig zu den Orga-Plena kommen. Die Vernetzung, das sind auch die ganzen AG-Mitglieder die in „Save the Night“, in der AG „Abtreibung in Trier“, und der AG „Feministischer Austausch“ aktiv sind. Das sind alle Menschen, die mit uns demonstrieren kommen oder unsere Stammtische mitgestalten. Alle Menschen, die die Whatsapp-Gruppe mit Leben füllen oder unsere Posts auf Instagram teilen.

Wir hoffen, gemeinsam mit Euch noch lange an diesem großen und tollen Projekt mitzuwirken.

bookmark_borderKeine Bühne für Sexualisierte Gewalt!

Keine Bühne für Menschen, die frauenverachtende Strukturen aufbauen und aufrechterhalten!

Am 20.11.2023 kommt Till Lindemann nach Trier und spielt ein Konzert in der Arena Trier — als ob nichts gewesen wäre.

Seit sich viele mutige Frauen im Frühjahr getraut haben, mit ihren Erfahrungsberichten an die Öffentlichkeit zu gehen und von Übergriffen und organisierter sexualisierter Gewalt im Kontext von Rammstein- und Lindemann-Konzerten zu sprechen, sind einige Monate vergangen. Zwar ermittelte die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Till Lindemann, aber das hat bisher kaum Auswirkungen auf den Starkult um den Rammstein-Frontmann.

Was aber passiert mit den Betroffenen, den mutigen Menschen, die trotz erlebter Verletzungen offen sprechen und damit das Schweigen brechen?

Ihr Erleben wird angezweifelt und schlimmer noch, ihnen wird die Verantwortung dafür zugeschrieben, sich aus Naivität und Bewunderung in eine möglicherweise prekäre Lage gebracht zu haben.

Wir wollen missbräuchliche Strukturen nicht länger verschleiern, sondern an der Seite der Betroffenen solche verachtenden Strukturen anprangern und beleuchten.

Sexualisierte Gewalt durch „Stars“ der Musik ist ein bekanntes Muster und es wird nicht dadurch „gut“ oder weniger schädigend, dass eine gesamte Gesellschaft sie als „normal“ und branchenspezifisch erklärt. Überall dort, wo es ein Machtgefälle gibt — zum Beispiel zwischen Künstler*in & Fan oder zwischen Management & Veranstalter*in — kann es zu Machtmissbrauch und Übergriffen kommen. Es wird Zeit, Systeme zu sprengen, die Sexualisierte Gewalt ermöglichen und verschleiern!

Machen wir uns bewusst: Solange Akteur*innen sich nicht dazu bekennen, Sexualisierte Gewalt klar zu ächten und Betroffenen mit Respekt zu begegnen bleibt diese Veranstaltung ein unsicherer Ort!

Trier braucht Veranstaltungsorte, die für ALLE Feiernde und Kulturinteressierte sicher sind!

Trier braucht eine Veranstaltungsbranche, die Respekt und Augenhöhe vor Profit stellt!

Darum rufen wir am 20.11.2023 zum Gegenprotest auf!

Statt menschenverachtende Systeme zu schützen, brauchen wir offene Ohren für und Unterstützung von Betroffenen! Sprengt die Ketten von Macht und Sexismus in der Eventbranche!

Wir fordern weiterhin eine klare Positionierung von Veranstaltenden gegen geschlechtsspezifische und Sexualisierte Gewalt!

Kommt zu unserer Kundgebung am 20.11.2023 um 18 Uhr vor die Arena Trier und werdet endlich mit uns laut!

Feministische Vernetzung Trier, Frauennotruf Trier, Save the night Trier

bookmark_borderAufruf Safe Abortion Day 2023 Trier

Am 28. September ist der bundesweite Tag für sichere Schwangerschaftsabbrüche, der „Safe Abortion Day“, und wir gehen auf die Straße! Warum ist dieser Tag so wichtig und was sind unsere Anliegen?

Sexualität gehört zum Leben dazu und die meisten Menschen mit Gebärmutter können schwanger werden – nicht immer wollen sie aber auch ein Kind gebären. 

Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben: Sie haben vielleicht schon Kinder und die Familienplanung ist eigentlich abgeschlossen. Sie wollen zwar später einmal Kinder, aber stecken noch mitten in der Ausbildung und wollen diese erst beenden. Oder sie wollen auch einfach keine Kinder haben. Also entscheiden sie sich selbstbestimmt gegen die Fortsetzung der Schwangerschaft, also für einen Schwangerschaftsabbruch. 

So weit, so klar- doch dann kommt die gesetzliche Regelung dazwischen und in vielen Fällen beginnt  eine Tortur!

Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland über den Paragraf 218 im Strafgesetzbuch geregelt. 

Das heißt, sie sind illegal und bleiben nur unter bestimmten Umständen straffrei – es gibt also aus Sicht des Gesetzes eine „Austragungspflicht“. 

Als ungewollt schwangere Person ist diese Regelung die Ursache für eine ganze Reihe von Hürden. Sie führt zu Stress und hoher Belastung. Denn, wenn eine ungewollt schwangere Person sich für einen Abbruch der Schwangerschaft entschieden hat, muss sie nach Paragraf 219 StGB eine sogenannte Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch nehmen, die laut Strafgesetzbuch dem „Schutz des ungeborenen Lebens“ dient –  Schutz des Lebens der ungewollt  Schwangeren wird  nicht  benannt !  

Danach muss sie noch drei Tage warten, bevor sie die Schwangerschaft medikamentös oder instrumentell abbrechen lassen darf. 

Darüber hinaus gibt es nur sehr wenige gynäkologische Praxen oder Kliniken in Deutschland, die überhaupt Schwangerschaftsabbrüche durchführen. 

Einerseits gehören die Methoden des Schwangerschaftsabbruchs nicht standardmäßig zur medizinischen Grundausbildung und andererseits ist der Schwangerschaftsabbruch in Deutschland nicht Teil der medizinischen Grundversorgung. Gynäkolog*innen  sind nicht verpflichtet,  Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen.

Wenn sie sich doch dazu entscheiden, sich zu Schwangerschaftsabbrüchen fortzubilden und diese anzubieten, sind sie häufig Anfeindungen ausgesetzt.

Sowohl die Ärzt*innen als auch ihre Patient*innen werden der sogenannten „Gehsteigberatung“ von sogenannten „Lebensschützer*innen“, also Abtreibungsgegner*innen, ausgesetzt. Diese Abtreibungsgegner*innen bedrängen, belästigen und bedrohen sowohl die ungewollt Schwangeren als auch die Ärzt*innen –  aus ihrer Sicht, um Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern. Allerdings verhindern diese Belästigungen nicht einen einzigen Schwangerschaftsabbruch. Zu einer Fortsetzung der Schwangerschaft kommt es dann, wenn sich die Schwangere aus eigener positiver Überzeugung, manchmal auch mit Hilfe der professionellen Beratung und Begleitung, für das Leben mit dem Kind entscheidet.

Den ungewollt Schwangeren werden also sowohl von Seiten der Gesetzgebung als auch von Seiten der Abtreibungsgegner*innen das Recht und die Fähigkeit abgesprochen, selbst über ihren Körper, ihre Sexualität und ihre Gesundheit  sowie ihre Lebens- und Familienplanung zu entscheiden. 

Die gesetzliche Regelung der Schwangerschaftsabbrüche ist entmündigend und führt in Kombination mit der gesellschaftlichen Stigmatisierung und der unzureichenden Versorgungslage nicht dazu, dass sich mehr Schwangere für ein Austragen der Schwangerschaft entscheiden, sondern im Gegenteil: Sie greifen in ihrer Verzweiflung zu unsicheren Methoden und gefährden damit ihr eigenes Leben.

Deswegen fordern wir:

1. Die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen – Weg mit §§218,219 aus dem Strafgesetzbuch!

2. Die Anerkennung von Schwangerschaftsabbrüchen als Teil der medizinischen Grundversorgung!

3. Die Aufnahme der Methoden zum Schwangerschaftsabbruch in die medizinische Grundausbildung!

4. Ein flächendeckendes und wohnortnahes, medizinisches Angebot zum Schwangerschaftsabbruch – im Klartext: Schwangerschaftsabbrüche in Trier ermöglichen!

5.  Erhalt des Angebots einer ergebnisoffenen, lebensnahen und unterstützenden Beratung!

6. Sexuelle Bildung die selbstbestimmte Sexualität unter Achtung der Grenzen aller Beteiligten fördert!

Komm daher am 28.9.2023 um 18 Uhr mit uns auf die Straße!

Informiere dich an unserem Infostand auf dem Domfreihof über die Versorgungslage in der Region und erhebe deine Stimme für sichere Schwangerschaftsabbrüche in Trier und überall!

Feministische Vernetzung Trier, pro familia Trier, Schwangerschaftskonfliktberatung Diakonie Trier & die plattform Trier

bookmark_borderStatement zur feministischen Revolution im Iran

Seit dem 16. September 2022, dem Tag an dem Jhina Mahsa Amini, eine junge kurdische Iranerin, von dem brutalen Regime ermordet wurde, sind zwei Monate vergangen.
Seit diesem Tag haben mutige Menschen im Iran die Revolution für die Freiheit eben dieser begonnen.

Auf der Straße tanzen und singen Menschen, sie schaffen Kunst und schreiben Lieder, lachen, küssen sich, kleiden sich frei und protestieren für die Freiheit. Und dafür bezahlen all diese Musiker:innen, Künstler:innen, Schüler:innen und Studierenden, Sportler:innen, Journalist:innen, Freiheitsliebenden, mit ihrem Leben. Seit September wurden unzählige Menschen von Revolutionsgarden und Moralpolizei ermordet, verletzt und vergewaltigt und eben auch 15.000 Menschen festgenommen.

Diese 15.000 festgenommenen Menschen sind unter schrecklichen Bedingungen in den Gefängnissen des iranischen Regimes und werden dort vergewaltigt und gefoltert. Diese 15.000 mutigen, leidenden Menschen sind mehrheitlich Jugendliche, die die Unterdrückung dieser menschenverachtenden Machthaber nicht länger ertragen wollen.

Die junge Generation. Dass sie als Frauen* tanzen, singen, selbstbestimmt entscheiden, sich kleiden und lieben wollen haben jetzt alle gehört und hoffentlich verstanden. Es ist eben die Generation, die, der auch meine Cousinen im Iran angehören, die von diesem Regime nie etwas bekommen hat und seit der Kindheit in dieser sich täglich verschlimmernden Lebensrealität leben. Das ist der Grund, weshalb sie die Zukunft des Irans sind, weil sie nichts zu verlieren haben und bereit sind alles für eine feministische Zukunft des Irans zu geben.
Dass die Konsequenzen des Protestierens extrem sind, dessen ist sich jeder kämpfende Mensch bewusst.

Und nun soll wieder etwas unglaublich Schreckliches passieren: Die Herrschenden im Iran haben entschieden, dass die Todesstrafe gegen Demonstrierende eingesetzt wird. Das bedeutet, dass 15.000 nach Freiheit dürstende Menschen brutal ermordet werden sollen. Junge Frauen* unter ihnen, werden vor der Exekution vergewaltigt, um nicht gegen das Verbot der „Exekution von Jungfrauen“ zu verstoßen und der widersprüchlichen Verfassung, die laut Klerikern nach islamischem Recht sogar nicht mehr tragbar ist, gerecht zu werden. Also werden 15.000 Menschen im Namen des Islams ermordet und so der Islam instrumentalisiert und missbraucht, um diese schrecklichen Taten zu begehen.

Als intersektional feministische, queere, deutsch-iranische Aktivistin kann ich nicht verstehen, wie dieses bevorstehende Massaker nicht die Aufmerksamkeit aller demokratischen Länder auf sich zieht. Was passieren wird, falls wir es wagen unsere Stimme nicht zu erheben oder gar den Menschen kein Gehör zu schenken, wird sein, dass das iranische Regime genau diesen Moment ausnutzen wird, um im Dunkeln, während eines vollständigen „Blackouts“ die Morde von 2019 zu wiederholen und dieses Mal nicht 2500, sondern 15.000 Menschen kaltblütig zu ermorden.

Seit Jahren begehen diese Unterdrücker menschenverachtende Verbrechen und es kann nicht sein, dass wir in einem solch historisch bedeutsamen Moment, unsere Aufmerksamkeit von diesen mutigen Menschen abwenden. Wir müssen über die Revolution sprechen, unsere Regierungen darauf aufmerksam machen den Forderungen der Menschenrechtsorganisationen betreffend sinnvoller Sanktionen, also welche, die die Finanzierung der Elite dieses Regimes unmöglich machen, nachzugehen.

Jhina Mahsa Amini, Nika Shakarimi und alle anderen, die diesem faschistischen Regime zum Opfer gefallen sind, sind von Opfern zu Symbolen geworden. Wir werden euch mit euren großen Herzen und Träumen nie vergessen und in eurem Namen dafür sorgen, dass dieses patriarchale und rassistische Regime aus den Angeln gehoben und verbrannt wird und damit euer Traum wahr wird.

Zan, zendegi, azadi.

برای خواهرانم

.شما خیلی قوی و شجاع هستید

در قلبم همیشه در کنارتان هستم

Darja S.

bookmark_borderFLINTA*-only Stammtisch: Selbstbehauptung

Bei unserem FLINTA*-only Stammtisch am 17. November um 19 Uhr im Proud (Mustorstraße 4) geht es um Selbstbehauptung. Wir wollen voneinander lernen und uns gegenseitig stärken. Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Es geht um Austausch von Erfahrungen und woraus wir Kraft ziehen. Bitte kommt getestet und symptomfrei. Wir freuen uns auf euch!

bookmark_borderDemonstration zum internationalen Tag gegen patriarchale Gewalt am 25. November 2022

 
Wir rufen zu einer gemeinsamen Demonstration am 25.11, dem Internationalen Tag gegen patriarchale Gewalt auf! Es gibt viel zu tun im Kampf gegen patriarchale Gewalt. Seit dem Bestehen der Istanbul Konventionen hat sich in Deutschland nicht genug getan! Dies bestätigen verschiedenste Fachberichte, welche sich mit der Umsetzung der Konvention in Deutschland befasst haben.
 
Beratungsstellen, die sich für Betroffene von Gewalt einsetzen, laufen oft über Projektfinanzierungen und haben damit keine dauerhaft gesicherte Existenzgrundlage. Wir fordern eine projektunabhängige Finanzierung dieser Beratungsstellen! Ebenso braucht es  mehr Fachkräfte und das Schaffen neuer Stellen in diesem Bereich, um den Bedarf ausreichend abdecken zu können. Wir fordern mehr Plätze für Betroffene in Frauenhäusern. Neben bereits etablierten Hilfestrukturen sind Angebote der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe extrem wichtig, um niederschwelliger Personen erreichen zu können.
 
Es muss mehr staatlich finanzierte Fördermittel und Werbung geben: für Beratungsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten nach einer Gewalterfahrung. Sowohl um Aufmerksamkeit zu schaffen, als auch um Stigmatisierungen abzubauen.
 
Innerhalb der Strukturen der Polizei und des juristischen Systems gibt es selten eine ausreichende Sensibilisierung für den Umgang mit Gewaltbetroffenen – dies kann zu unschönen Situationen und im schlimmsten Fall Retraumatisierungen führen. Daher ist es extrem wichtig, innerhalb dieser Bereiche aufzuklären und Konzepte zur  Prävention und Aufarbeitung zu schaffen, vorallem um Täterschutz vorzubeugen. Zusätzlich fordern wir eine finanzielle Unterstützung bei gerichtlichen Verfahren für Menschen in prekären Situationen, damit Gerechtigkeit keine Sache des Geldes ist!
 
Neben physischer Gewalt existieren etliche weitere Formen der Gewalt, die FLINTA* (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen) besonders stark treffen. Dazu zählt sexualisierte Belästigung und Gewalt in der Arbeitswelt, weswegen wir fordern, dass Deutschland die 2019 verfasste Konvention 190 der international labour organisation gegen eben diese Gewaltform unterzeichnet! Wichtige weitere, oft bagatellisierte Formen sind digitale Gewalt/ Cybergewalt und Stalking.  Hier fordern wir ein Umdenken und Ausbau zum Schutz von Menschen die von Stalking oder Cybergewalt betroffen sind. Dazu zählen auch Gesetze und ein Ernstnehmen von Personen, die gestalked werden, auch bevor es zu Gewalt kommt. Genau das ist eine Form der Präventationsarbeit, welche in staatlichen Strukturen umgesetzt werden sollten, damit Stalking nicht der Anfang und ein Femizid nicht das Ende ist.
 
 Ebenso fordern wir den Auf- bzw. Ausbau  von Schutzräumen und Beratungsangeboten für queere Menschen und geflüchtete FLINTA*, queere Geflüchtete und Menschen mit psychischen Erkrankungen, sowie be_hinderte Menschen. Deutschland hat mittlerweile anerkannt, dass Gewalt an FLINTA* geschlechtsspezifisch ist – warum gibt es dann immer noch kein Asylrecht für aufgrund ihres Geschlechts verfolgten FLINTA* .Diese Forderungen finden sich auch in der Istanbulkonvention und benötigen im Kern eine Feministisch-pazifistische Außen- und Entwicklungspolitik. Wir sehen Betroffene, aber in unseren Augen müssen sie weiß, cis, (able bodied) und heterosexuell sein. Genau deswegen sind neben dem Ausbau queerer Hilfeangebote und dem Ausbau von Hilfsangeboten für geflüchtete Personen & be_hinderte Personen Schulungen für Unterstützungseinrichtungen zu den Themen kultursensible , Queer-freundliche, barrierefreie Beratung und Öffnung wichtig, um diese Strukturen überhaupt schaffen zu können.
  
 Aus all diesen Gründen lohnt es sich auf die Straße zu kommen – für eine gerechte, friedliche, feministische Zukunft, in der niemand aufgrund bestimmter Merkmale und struktureller Ungerechtigkeiten Gewalt erfahren muss! Schließt euch uns an und seit laut, besonders für all die Menschen, die nicht laut sein können!
 
– Feministische Vernetzung Trier, Frauennotruf Trier, Interventionsstelle Trier, AG Frieden Trier