bookmark_borderFLINTA*-only Stammtisch: Selbstbehauptung

Bei unserem FLINTA*-only Stammtisch am 17. November um 19 Uhr im Proud (Mustorstraße 4) geht es um Selbstbehauptung. Wir wollen voneinander lernen und uns gegenseitig stärken. Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Es geht um Austausch von Erfahrungen und woraus wir Kraft ziehen. Bitte kommt getestet und symptomfrei. Wir freuen uns auf euch!

bookmark_borderDemonstration zum internationalen Tag gegen patriarchale Gewalt am 25. November 2022

 
Wir rufen zu einer gemeinsamen Demonstration am 25.11, dem Internationalen Tag gegen patriarchale Gewalt auf! Es gibt viel zu tun im Kampf gegen patriarchale Gewalt. Seit dem Bestehen der Istanbul Konventionen hat sich in Deutschland nicht genug getan! Dies bestätigen verschiedenste Fachberichte, welche sich mit der Umsetzung der Konvention in Deutschland befasst haben.
 
Beratungsstellen, die sich für Betroffene von Gewalt einsetzen, laufen oft über Projektfinanzierungen und haben damit keine dauerhaft gesicherte Existenzgrundlage. Wir fordern eine projektunabhängige Finanzierung dieser Beratungsstellen! Ebenso braucht es  mehr Fachkräfte und das Schaffen neuer Stellen in diesem Bereich, um den Bedarf ausreichend abdecken zu können. Wir fordern mehr Plätze für Betroffene in Frauenhäusern. Neben bereits etablierten Hilfestrukturen sind Angebote der Selbsthilfe und gegenseitigen Hilfe extrem wichtig, um niederschwelliger Personen erreichen zu können.
 
Es muss mehr staatlich finanzierte Fördermittel und Werbung geben: für Beratungsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten nach einer Gewalterfahrung. Sowohl um Aufmerksamkeit zu schaffen, als auch um Stigmatisierungen abzubauen.
 
Innerhalb der Strukturen der Polizei und des juristischen Systems gibt es selten eine ausreichende Sensibilisierung für den Umgang mit Gewaltbetroffenen – dies kann zu unschönen Situationen und im schlimmsten Fall Retraumatisierungen führen. Daher ist es extrem wichtig, innerhalb dieser Bereiche aufzuklären und Konzepte zur  Prävention und Aufarbeitung zu schaffen, vorallem um Täterschutz vorzubeugen. Zusätzlich fordern wir eine finanzielle Unterstützung bei gerichtlichen Verfahren für Menschen in prekären Situationen, damit Gerechtigkeit keine Sache des Geldes ist!
 
Neben physischer Gewalt existieren etliche weitere Formen der Gewalt, die FLINTA* (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen) besonders stark treffen. Dazu zählt sexualisierte Belästigung und Gewalt in der Arbeitswelt, weswegen wir fordern, dass Deutschland die 2019 verfasste Konvention 190 der international labour organisation gegen eben diese Gewaltform unterzeichnet! Wichtige weitere, oft bagatellisierte Formen sind digitale Gewalt/ Cybergewalt und Stalking.  Hier fordern wir ein Umdenken und Ausbau zum Schutz von Menschen die von Stalking oder Cybergewalt betroffen sind. Dazu zählen auch Gesetze und ein Ernstnehmen von Personen, die gestalked werden, auch bevor es zu Gewalt kommt. Genau das ist eine Form der Präventationsarbeit, welche in staatlichen Strukturen umgesetzt werden sollten, damit Stalking nicht der Anfang und ein Femizid nicht das Ende ist.
 
 Ebenso fordern wir den Auf- bzw. Ausbau  von Schutzräumen und Beratungsangeboten für queere Menschen und geflüchtete FLINTA*, queere Geflüchtete und Menschen mit psychischen Erkrankungen, sowie be_hinderte Menschen. Deutschland hat mittlerweile anerkannt, dass Gewalt an FLINTA* geschlechtsspezifisch ist – warum gibt es dann immer noch kein Asylrecht für aufgrund ihres Geschlechts verfolgten FLINTA* .Diese Forderungen finden sich auch in der Istanbulkonvention und benötigen im Kern eine Feministisch-pazifistische Außen- und Entwicklungspolitik. Wir sehen Betroffene, aber in unseren Augen müssen sie weiß, cis, (able bodied) und heterosexuell sein. Genau deswegen sind neben dem Ausbau queerer Hilfeangebote und dem Ausbau von Hilfsangeboten für geflüchtete Personen & be_hinderte Personen Schulungen für Unterstützungseinrichtungen zu den Themen kultursensible , Queer-freundliche, barrierefreie Beratung und Öffnung wichtig, um diese Strukturen überhaupt schaffen zu können.
  
 Aus all diesen Gründen lohnt es sich auf die Straße zu kommen – für eine gerechte, friedliche, feministische Zukunft, in der niemand aufgrund bestimmter Merkmale und struktureller Ungerechtigkeiten Gewalt erfahren muss! Schließt euch uns an und seit laut, besonders für all die Menschen, die nicht laut sein können!
 
– Feministische Vernetzung Trier, Frauennotruf Trier, Interventionsstelle Trier, AG Frieden Trier

bookmark_borderGedenken an Mahsa Zhina Amini

Eine iranische Freundin hat uns folgenden Text zur Verfügung gestellt:

Mahsa (Zhina) Amini 

Am 26.10. war der 40. Tag seit Mahsa ( Zhina) starb in der Verwahrung der iranischen Moralität Polizei. Ein Mädchen aus der Stadt Saqqez, ein junges und unschuldiges Mädchen, einfach und sündenfrei, mit einem harmlosen Blick, dessen Unschuld die Herzen der Menschen macht Schmerzen, Mahsa Amini. sie ging nicht nach Teheran, um ein Symbol der Freiheit zu werden, sie besuchte nur ihre Bekannten und vielleicht Teheran, eine Stadt, deren Name herzerwärmend ist, Aber manchmal ist der Todesplatz seine/Ihre verliebte. 

Mit seinem Martyrium wurde sie zum Inbegriff von Freiheit und
Libertarismus. Sie wurde zum Codenamen iranischer Frauen für die
Freiheit auf der ganzen Welt. Sie brachte die Stimme der Freiheit des gesamten iranischen Volkes zu den Ohren der Welt. Sie verband die freiheitsliebenden Männer unseres Landes mit den Frauen, die die Rechte unseres Landes einfordern. 

Nach Mahsas Tod fragte niemand seine/Ihre Kameraden nach ihrer/ seiner Nationalität. Denn Mahsa, deren Name in der persischen Sprache Mond ähnelt, machte das Licht ihrer schönen Augen zu einem Licht für den Weg des Kampfes aller Kämpfer für die Freiheit des Mutterlandes jeder Rasse und Nationalität. 

Möge Ihr ehrenwerter Name und die Stimme Ihrer Freiheit gehört
werden.

Grüße und Beileid an Mahsa geliebte Familie des Kämpfers und alle
Menschen im Iran auf der ganzen Welt und alle Kämpfer aller
Nationalitäten.

  Mahsa, du wirst jetzt die internationale Hymne aller iranische
Frauen und freilebende Frauen auf der ganzen Welt und wirst nie
vergessen. 

Soheyla

bookmark_border5. Aktionstreffen der AG Schwangerschaftsabbruch in Trier

Am 26. Oktober findet das nächste Aktionstreffen zu Abtreibung in Trier statt!
Um 19 Uhr treffen wir uns im Gruppenraum im Schmit-Z Mustorstraße 4 (im ersten Stock).
Kommt gerne dazu und schließt euch der Arbeitsgruppe an. Lasst uns gemeinsam langfristig darauf hinarbeiten, dass sichere Abtreibungen in Trier möglich werden und kurzfristig das tun, was wir können, um Menschen zu unterstützen, die eine Schwangerschaft abbrechen.
Wir möchten auch über die Kundgebung zum safe abortion day am 28.9. reflektieren. Es sind alle, die mitgeholfen haben oder vorbeigekommen sind, herzlich eingeladen.

bookmark_borderRedebeitrag zum safe abortion day 2022

Die Feministische Vernetzung setzt sich in Trier und Umgebung für intersektionalen Feminismus, gegen Sexismus und Patriarchat ein. Das bedeutet, dass das Recht auf körperliche Selbstbestimmung eines unserer wichtigsten Anliegen ist. Wir haben im Juli die AG Schwangerschaftsabbruch gegründet, die sich mit lokalen Akteur:innen vernetzt und sich dafür einsetzt, alle notwendigen Informationen zugänglich und in Trier Schwangerschaftsabbrüche möglich zu machen.

Denn unglaublicherweise sind sie das hier noch nicht. In dieser katholisch dominierten Stadt traut sich keine einzige gynäkologische Praxis, diesen einfachen medizinischen Eingriff anzubieten. Wer abtreiben will oder muss, muss nach Wittlich oder Saarbrücken fahren oder das eigene Leben bei einem unsicheren Abbruch, der nicht nach medizinischen Standards und mit ausreichender Nachsorge durchgeführt wird, riskieren. Eine klaffende und lebensgefährliche Versorgungslücke, die seit Jahrzehnten besteht und die hoffentlich bald geschlossen wird, wenn wir genug Druck ausüben!

Doch unsere Kämpfe können sich nicht nur auf die lokale Ebene beziehen. Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. So steht es im deutschen Gesetz, Paragraph 218 des Strafgesetzbuchs. Schwarz auf weiß: Abtreiben ist rechtswidrig. Die Schwangeren selbst und die durchführenden Ärzt:innen begehen eine Straftat. Diese Straftat bleibt heutzutage nur straffrei, wenn bestimmte Umstände gegeben sind, ein Beratungsgespräch durchgeführt wurde und die 12-Wochen-Grenze nicht überschritten ist.

Dieses rückständige Gesetz stammt aus dem Jahr 1871. Es ist also über 150 Jahre alt und stammt aus der Kaiserzeit. In 150 Jahren hat sich so viel getan, vom Frauenwahlrecht bis zum Nein-heißt-Nein-Gesetz… aber selbst über unsere Körper bestimmen dürfen wir immer noch nicht. Die Logik hinter dem Abtreibungsgesetz war von Anfang an, dass Frauen zu gebären haben, damit die deutsche Nation mehr Nachwuchs bekommt. Es handelt sich um einen Gebärzwang, bei dem die Bedürfnisse des Staates über die Freiheit und Gesundheit weiblich zugewiesener Körper gestellt werden. Aus demselben Grund fasste natürlich auch das NS-Regime extreme Maßnahmen gegen Abtreibung: Todesstrafe für abtreibende Ärzt:innen. Alles für die Erhaltung der „Lebenskraft des Volkskörpers“.

Doch die staatlich gewollte Erhaltung des „Volkskörpers“, die Produktion von Arbeitskraft und Kanonenfutter, ist nur eine Seite der patriarchalen Medaille. Die andere bildet die Kirche mit ihren unterdrückerischen Moralvorstellungen. Da sitzen unverheiratete alte Männer in langen Gewändern und wollen uns vorschreiben, was wir mit unseren Körpern tun und lassen sollen. Wenn diese Priester und Bischöfe sich so für den Schutz von Kindern interessieren, dann sollten sie vielleicht diejenigen schützen, die schon am Leben sind!

Diese zwei reaktionären Kräfte kommen in der modernen Lebensschutz-Bewegung zusammen. Diese stellt sich aus christlichen Fundamentalist:innen, dem rechten Rand der CDU, und der AfD zusammen. Sie verbreiten Lügen und emotional beladene Propaganda mit Bildern von „ermordeten Embryos“, terrorisieren auch gezielt ärztliche Praxen und Kliniken. Sie träumen von einer Rückkehr zur traditionellen Familie: ein Mann und eine Frau. Der Mann geht arbeiten, ist Beschützer und Bestimmer. Die Frau steht barfuß in der Küche. Die Hausfrau, von der sie träumen, würde niemals abtreiben wollen. Warum sollte sie? Außer Kinder machen und großziehen hat sie keinen Lebensinhalt. Doch Abtreibungsverbote haben noch nie Abtreibungen verhindert, sondern die Schwangerschaftsabbrüche nur unsicher und gefährlich gemacht!

Wir sagen: die Welt, von der die Abtreibungsgegner:innen träumen, ist traurig und einengend. In der wollen wir nicht leben. Wir träumen von einer Welt, in der Menschen ihr Leben frei gestalten können. Eine Welt, in der Kinder nur geboren werden, weil sie erwünscht und ersehnt wurden und nicht wegen irgendwelchen gesetzlichen oder moralischen Zwängen.

Wir fordern Abtreibungsmöglichkeiten in Trier! Wir wollen, dass Kliniken und Praxen in Trier sowohl den medikamentösen wie auch den instrumentellen Abbruch anbieten. Dass alle Schwangeren den Zugang haben, den sie brauchen, um ihre eigene Entscheidung zu treffen. Dass sie Unterstützung und Hilfeleistung bekommen, egal, welchen Weg sie wählen. Mehr als das: wir wollen nicht mehr von Gesetzen aus preußischen Gesetzbüchern regiert werden und noch weniger aus dem Alten Testament. Weg mit den Paragrafen 218 und 219 aus dem Strafgesetzbuch!

Wir lieben unsere Körper und so gehen wir mit ihnen um. Selbstbestimmt, aufgeklärt und lustvoll. My Body My Choice!

bookmark_borderAufruf zum safe abortion day 28.9.2022 

Ungewollt Schwanger? (K)ein Problem! – Aufruf zum safe abortion day 2022

 
Das Thema Schwangerschaftsabbrüche bleibt auch in diesem Jahr hochaktuell. 
Am 24. Juni 2022 kam nach jahrelangem Kampf für die körperliche und reproduktive Selbstbestimmung endlich eine gute Nachricht: die Ampel-Koalition hat ihr Wahlversprechen gehalten und die Aufhebung des berüchtigten Paragraph 219a StGB („Werbe“- bzw. Informationsverbot für Ärzt:innen zu Schwangerschaftsabbrüchen) beschlossen. Das bedeutet, dass Ärzt:innen nun öffentlich über  Schwangerschaftsabbrüche informieren können, ohne Angst vor strafrechtlicher Verfolgung haben zu müssen – eine längst überfällige Entscheidung, aber besser spät als nie.
Feminist:innen deutschlandweit freuten sich noch über diese gute Nachricht, da kam am Nachmittag desselben Tages die schlechte hinterher: in den USA war gerade das Gerichtsurteil Roe v. Wade aufgehoben worden. Das bedeutet, dass in 19 der 50 US-Staaten Abtreibungen jetzt illegal sind. Und in einigen weiteren Staaten steht das Recht auf Abtreibung nun auf der Kippe. Diese Entscheidung nimmt Millionen von Menschen, vorwiegend Frauen, das Recht auf körperliche Selbstbestimmung. 
Aus den USA erreichten uns Bilder von wütenden, verzweifelten Protesten. Es ist unerlässlich, dass wir unseren feministischen Geschwistern jenseits des Atlantiks Solidarität zeigen und ihre Kämpfe unterstützen. 
Aber auch für die Lage hier vor Ort wollen wir kämpfen. Die Aufhebung von 219a ist schön und gut, aber die Paragraphen 218 und 219 bleiben: Schwangerschaftsabbrüche sind nach deutschem Gesetz immer noch illegal und nur „unter Umständen“ straffrei. Allein 2021 wurden in Deutschland laut polizeilicher Kriminalstatistik 83 Fälle gemäß §§218,219 StGB zu Schwangerschaftsabbrüchen zur Anzeige gebracht.
Diese Gesetzeslage führt zu einem massiven Versorgungsmangel. Wer in Trier schon mal ungewollt schwanger war, weiß, dass es notwendig ist, für einen Abbruch nach Wittlich oder Saarbrücken zu fahren, weil keine einzige Klinik oder Praxis im katholischen Trier diesen simplen medizinischen Eingriff anbietet.
Diese Gesetze und die unhaltbar schlechte Versorgung schützen aber keinesfalls Leben – wie so viele selbsternannte „pro-life“-Überzeugte, nur zu gern Männer, behaupten – sie sorgen lediglich dafür, dass die Abbrüche ohne medizinische Fachkenntnis und unter unwürdigen Bedingungen im Verborgenen stattfinden und dadurch einige Menschen ihre Gesundheit, wenn nicht sogar ihr Leben riskieren!
Die Situation in den USA hat einmal mehr gezeigt, auf welch wackeligen Füßen die rechtlichen Entscheidungen in Sachen selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche stehen. Auch in Deutschland gibt es keine Garantie, dass nicht konservative oder faschistische Kräfte eine Rückentwicklung fordern und durchbringen.
Doch es gilt:
Abtreibungen gehören zur medizinischen Grundversorgung und müssen als solche auch in Trier zugänglich sein und sicher durchgeführt werden!
Körperliche und reproduktive Selbstbestimmung muss die patriarchale Fremdbestimmung der unhaltbaren Gesetzeslage ablösen!
Informationsfreiheit und standardisierte Ausbildung für Ärzt:innen müssen genau so wie sexuelle Bildung und Aufklärung zu Schwangerschaftsabbrüchen rechtlich verankert werden!
Weg mit den §§218,219 StGB!
Am 28. September wollen wir deshalb erneut unsere Forderungen auf die Straße bringen und die Mythen über Abtreibungen aufklären.
Kommt zu unserer Kundgebung ab 14 Uhr zum Pranger (Grabenstraße) und informiert euch über die Lage und Handlungsoptionen in Trier.
Zeigt eure Solidarität mit allen gebärfähigen Menschen, die hierzulande und weltweit immer weiter für ihre Selbstbestimmung kämpfen müssen!
Jetzt erst recht! My body – my choice!

bookmark_borderJetzt erst recht! Körperliche Selbstbestimmung für Alle und Überall!

 
Manchmal passieren Dinge unglaublich schnell. Bei unserem letzten Stammtisch haben wir in gemütlicher FLINTA-only-Runde gesessen und über das Recht auf Abtreibung geredet. Es gab einen Input über die miese rechtliche Lage in Deutschland mit den Paragraphen 218 und 219, und über die noch miesere Versorgungslage in Trier. Wir waren uns alle einig, dass sich da etwas ändern muss.
Am nächsten Morgen, es war der 24. Juni, kam dann die gute Nachricht: die Ampel-Koalition hat ihr Wahlversprechen gehalten und die Aufhebung des berüchtigten Paragraph 219a StGB beschlossen. Das bedeutet, dass Ärzt:innen nun öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren können, ohne Angst vor strafrechtlicher Verfolgung haben zu müssen – eine längst überfällige Entscheidung, aber besser spät als nie.
Feminist:innen deutschlandweit waren sich noch über die gute Nachricht am freuen, da kam am Nachmittag desselben Tages die schlechte hinterher: in den USA war gerade das Gerichtsurteil Roe v. Wade aufgehoben worden. Das bedeutet, dass in 19 der 50 US-Staaten Abtreibungen jetzt illegal sind. Und in einigen weiteren Staaten steht das Recht auf Abtreibung nun auf der Kippe. Diese Entscheidung nimmt Millionen von Menschen, vorwiegend Frauen, das Recht auf körperliche Selbstbestimmung.
Aus den USA erreichen uns Bilder von wütenden, verzweifelten Protesten. Es ist unerlässlich, dass wir unseren feministischen Geschwistern jenseits des Atlantiks Solidarität zeigen und ihre Kämpfe unterstützen.
Aber auch für die Lage hier vor Ort wollen wir kämpfen. Die Aufhebung von 219a ist schön und gut, aber Paragraphen 218 und 219 bleiben: Schwangerschaftsabbrüche sind nach deutschem Gesetz immer noch illegal, nur unter Umständen straffrei.
Diese Gesetzeslage führt zu einem massiven Versorgungsmangel. Wer in Trier schon mal ungewollt schwanger war, weiß, dass es notwendig ist, für einen Abbruch nach Wittlich oder Saarbrücken zu fahren, weil keine einzige Klinik oder Praxis im katholischen Trier diesen simplen medizinischen Eingriff anbietet.
 
Wir wollen etwas tun! Wir wollen internationale, bundesweite und lokale Kämpfe miteinander verbinden. Wir wollen körperliche Selbstbestimmung für alle, in Trier, in der BRD und weltweit.
Wenn Du dich auch kämpferisch fühlst, komm zum Aktionstreffen am 15.07. um 19 Uhr an unserem üblichen Stammtisch-Platz (die Wiese neben dem Queergarten).
 
Jetzt erst recht! Körperliche Selbstbestimmung für Alle und Überall! My body, my choice!
 
 
 
Teil den Aufruf auf:

bookmark_borderRückblick zum Tag gegen Patriarchale Gewalt 2021

Anlässlich des internationalen Aktionstages gegen patriarchale Gewalt fanden in Trier mehrere Veranstaltungen der Feministischen Vernetzung Trier und der Lila Rebellion statt.
In Vorbereitung auf die Nachtdemonstration am 25.11. haben Mitglieder der feministischen Vernetzung bereits am Vorabend Fakten zu patriarchaler Gewalt mit Kreide auf der Demoroute angebracht. Außerdem wurden Banner und laminierte Infoschilder in der Stadt verteilt. 
Zum Aktionstag selbst standen wir, in Kooperation mit Mother Hood e.V. und der Plattform Trier, mit einem Infostand in der Brotstraße und stellten Infomaterial zum Thema (patriarchaler) Gewalt, Flyer von Hilfestellen und weiteren Lesestoff bereit. Einige Vernetzungsmitglieder trugen in diesem Rahmen Betroffenenberichte von patriarchaler Gewalt vor, die in Vorbereitung auf die Veranstaltung zusammengetragen wurden.

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